Dana Hocke,14. Januar 2020
Hinter den Kulissen meiner Selbstzweifel
Heute nehme ich mal kein Blatt vor den Mund und teile mit Dir meine dunkelsten Gedanken zum Thema Selbstzweifel. Nicht, weil es so schön ist, diese zu haben, sondern weil sie Teil meiner Lebenswelt sind, seit ich begonnen habe meinem inneren Ruf zu folgen und mich selbst zu verwirklichen. Und, weil ich glaube, dass auch Du und viele Andere davon betroffen sind - sobald wir losgehen und unserem Herzen folgen - möchte ich nichts schön reden, was doch so sehr zum Leben dazu gehört.
Ein dicker, träger Kerl in Trenchcoat
Wenn alles für Scheiße befunden wird und nichts mehr wirklich begeistern kann, Du Dich in Frage stellst und nölig bis unzufrieden bist, dann haben die Selbstzweifel mal wieder die Zügel in der Hand.

Und nein, ich gehe jetzt nicht meditieren oder schaue mir auch nicht mein inneres Kind an oder journal mal zu diesem Gefühl. Ich arbeite auch nichts auf, lasse los oder versuche es mir schön zu reden. Ich möchte jetzt auch nicht besonders liebevoll mit mir sein oder die wohlwollende Freundin in mir sprechen lassen.

Nein, ich möchte diesen Frust in mir spüren. Also bade ich erstmal in meinem Frust und lasse ihn zu.

Klar, Selbstzweifel nerven mich! Sie sind auch nicht sonderlich förderlich für mein Selbstvertrauen oder meinen Selbstwert. Im Gegenteil, sie blockieren.

Wenn ich diesen Selbstzweifel beschreiben müsste, würde er wie folgt ausschauen: Mein Selbstzweifel ist irgendwie ein dicker, träger Kerl der alles besser weiß. Er trägt einen beigen Trenchcoat, hat einen leichten Buckel, seinen Hals kannst Du nicht erkennen. Er trägt einen Hut ähnlich wie in alten Filmen die mysteriösen Detektive. Er schleicht durch die Gegend, niemand nimmt ihn bewusst wahr und dennoch bekommt er alles mit. Seine raue Stimme klingt leicht garstig bis zynisch - er hat immer recht und es macht keine Freude gegen seine Meinung anzugehen.

Gegen meine Selbstzweifel anzukämpfen ist also aktuell aussichtslos. Soll er halt da sein, mich nerven und es besser wissen - beschließe ich für heute!

Wären da nicht die Botschaften zwischen den Zeilen, die wie versteckte Wahrheiten klingen. Was, wenn das gar nicht so dumm ist und einfach auch gehört werden sollte? Was ist, wenn dieser träge, alte Kerl etwas beobachtet, was mir nicht im geringsten schaden, sondern vielmehr auf etwas aufmerksam machen soll?

Also höre ich zu und erkenne, dass ich von mir selbst entfernt bin - von meinem Kern, weil ich meine etwas zu MÜSSEN. Ob als Unternehmerin oder Mama, Freundin oder Partnerin.

Ich bin nicht mehr mit meinem Herzen verbunden, sondern lasse den Kopf die Regie übernehmen. Wie auch immer das geschehen konnte! Es gibt viele Gründe, warum wir uns verlieren oder von uns selbst entfernen. Unachtsamkeit, Stress, Angst, fehlendes Selbstvertrauen....
Selbstzweifel und Selbstverwirklichung
Nehmen wir das Thema Selbstverwirklichung: Du möchtest Dich beruflich selbst verwirklichen. Der innere Ruf ist mächtig und Du kannst nicht anders als ihm zu folgen. Du hast keine Ahnung wo der Weg hinführt und was der Ruf wirklich aussagt. Es gibt da lediglich dieses Gefühl von: "Ich muss das jetzt machen sonst..." In Dir ist diese Stimme, die Dich immer wieder antreibt und Dich darauf lenkt, endlich danach zu handeln. Unsicher und hilflos stolperst Du los und machst. Mal mehr und mal weniger. Du lernst, dass Du an Deinen Aufgaben wächst und Du mit jeder Erfahrung auch mehr Vertrauen gewinnst. Du wirst selbstsicherer und mutiger. Du wagst den nächsten Schritt und dann bäääähmmmm. Die Niederlage! Der Stolperstein! Das Hindernis! Mist. Was nun? Damit hast Du nicht gerechnet.

Es gibt diesen schönen Satz: Hinfallen. Aufstehen. Krönchen richten. Weitergehen!

Klar, das wirst Du mit Sicherheit machen. Ich bin schon oft hingefallen und wieder aufgestanden. Unsere Kinder tun das täglich mehrmals. Ganz besonders wenn sie laufen lernen. Würden sie sich von ihren Stürzen entmutigen lassen, würden sie nicht laufen lernen.

In jedem Ratgeber kannst Du genau das lesen. Was, wenn Dich erstmal Selbstzweifel überfluten, ob das was Du da machst, so überhaupt richtig ist? Denn niemand wird einen Fehler, immer und immer wieder machen. Wenn Du merkst, dass Du über einen holprigen Weg nicht rennen kannst, dann wirst Du auch einen anderen Weg suchen oder zumindest hier aufhören zu rennen, um Dich vor Verletzungen zu schützen.

Wenn Selbstverwirklichung nun also die Ausrichtung eines Business Modells bekommt, dass am Ende auch Gewinne abwerfen soll oder zumindest einen gewissen Cashflow, dann kann der Fokus auf die Selbstverwirklichung schon mal verloren gehen und es sich plötzlich um eine Existenzsache handeln. Dann stecken wir plötzlich wieder in dem Hamsterrad aus dem wir möglicherweise raus wollten, als wir entschieden haben unsere Träume auch beruflich zu realisieren.

Eines ist mir heute ganz klar geworden. Selbstverwirklichung ist einfach nur Selbstverwirklichung. Das muss nichts mit Business zu tun haben. Es kann in einem eigenen Business enden - muss es aber nicht. Jeder Mensch kann und darf sich auch außerhalb seiner Arbeit selbst verwirklichen. Und das ist mir wichtig zu sagen, denn Selbstverwirklichung ist per se etwas total schönes. Es bedeutet an sich zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen. Es bedeutet sich kennen zu lernen und mehr aus seinem Inneren heraus etwas in die Welt zu bringen. Für mich ist Selbstverwirklichung auch etwas absolut authentisches. Das lässt sich nicht in einem klassischen Businesskonzept wiederfinden.

Selbstverwirklichung im eigenen Business brauchen eine besondere Art der Ausrichtung, wenn wir wollen, dass es weniger krampfig ist. Wenn wir wollen, dass die Freude bleibt, mit der wir gestartet sind. Damals und jeden Tag aufs Neue, wenn wir mal wieder freudvolle, neugierige, aufgeregte Luft schnuppern. Einfach, weil es uns immer und immer wieder gelingt diese Luft zu schnuppern, wenn wir ne Pause machen. Alles eine Weile Ruhen lassen und zurück kehren zu unserem inneren Ruf.

Du möchtest etwas aus dem tiefsten Herzen tun? Dann tue es! Dafür braucht es kein Business.

Wenn es am Ende dann um das Thema Geld verdienen geht, dann sieht die Welt schon anders aus. Wer eine eigenes Business hat, möchte selbstverständlich auch davon leben. Der Gedanke, mit dem was wir lieben uns selbst zu verwirklichen und damit eben auch noch für unser Einkommen zu sorgen, klingt also überaus verlockend und beinahe mühelos.

Ist es aber nicht - denn es bedeutet immer wieder eine Ausrichtung auf Dich selbst und Dein Herz. Immer wieder in Verbindung sein mit Deiner inneren Stimme und Deiner wahren innerlicher Essenz. Dazu die passenden Rahmenbedingungen zu finden, die wir heute immer noch Businessmodell nennen, ist eine echt oder gar die wahre Herausforderung. Denn Selbstverwirklichung hat im Grunde nichts mit Monetisierung zu tun. Das tun wir, weil wir es tun wollen und zwar aus unserem tiefsten Herzen.

Wenn also die Selbstverwirklichung und die Ideen des eigenen Businesskonzeptes nicht harmonisieren, dann kann es passieren, dass die Selbstzweifel uns in den Arsch treten. Ups, hab ich das jetzt wirklich geschrieben?!

Mich haben sie heute in den Allerwertesten getreten, weil ich vor lauter Herzenssache und gleichsam unternehmerisch denken wollen, den Fokus verloren habe. Mal ganz ehrlich - klar möchte ich etwas richtig Gutes in die Welt bringen und Menschen unterstützen, stärken und ihnen zeigen, wie sie zu sich zurück finden. Doch ich möchte eben auch selbst ein gutes Leben führen und Zeit haben für diese Aufgabe. Und das kann ich am Ende nur, wenn meine "Dienstleistung" auch bezahlt wird.

Oder ich habe eine andere Geldquelle. Das geht natürlich auch!
Frei sein, heißt auch mutig sein!
Frei sein, heißt auch mutig sein. Mutig für das, was uns im Herzen bewegt. Immer mehr Menschen kommen auf diesen Trichter. Immer mehr Menschen merken, so geht es nicht weiter.

Freiheit ist nicht der leichtere Weg - hörte ich mal in einem Vortrag. Vielleicht hat der Redner recht.

Freiheit heißt Grenzen überwinden, Ängste durchlaufen, neue Wege probieren ohne zu wissen wohin. Heißt es aber auch unglücklich zu sein, weil es anstregend ist, eine von wenigen zu sein und nur außerhalb der Komfortzone Freiheit erleben zu können?

Wieso fühlen wir uns nicht frei in einem System. Wieso können wir nicht sein, was wir sind?

Ich höre, lese....wir haben es in der Hand. Ja, aber für welchen Preis. Wähle ich echt den schweren Weg oder geht es auch leicht?

Dieses hin und her aus "Visionen haben" einerseits und "im Hier und Jetzt leben" anderseits. Ziele kennen, aber in der Gegenwart achtsam leben. Wie die Balance zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft finden? Wie die Orientierung nicht verlieren und die Selbstliebe in einer Gesellschaft finden, die sich selbst nicht liebt. Von wem lernen wir? Wer sind unsere Vorbilder? Wem können wir vertrauen?

Fragen über Fragen in meinem Kopf. Meisterin des kritischen Denkens. Möchte ich ihr sagen, sei doch still, sind Gedanken nicht auch Freiheit. Was will ich mir selbst erzählen? Was möchte aus mir heraus? Was übersehe ich?

Aktuell heißt es Ruhe bewahren. Pause machen. Den Tisch in der Küche abräumen und etwas ganz pragmatisches tun. Solange, bis sich mein Geist wieder beruhigt hat. Und dem trägen, dicken Mann danken, dass er mich zu diesen Gedanken zwingt - mich einlädt eine Pause zu machen von der Selbstoptimierung. Er leuchtet mir ein Licht, damit ich nicht aus den Augen verliere, was mir im Grunde meines Herzens wichtig ist.

Der Weg zur beruflichen Selbstverwirklichung ist eben nun mal ein ganz individueller, den nur wir gehen und finden können. Und manchmal kommen wir von Wegen ab oder geraten auf Unbekannte. Dann ist es unsere Aufgabe, wieder auf den richtigen Weg zurück zu finden oder mutig mal einen ganz anderen auszuprobieren.

In der Rückschau kann ich zumindest sagen: Jede Pause! Jedes Innehalten! Jedes Wahrnehmen von Wut, Angst, Selbstzweifel oder was auch immer, hat mich am Ende näher zu meiner eigenen inneren Wahrheit gebracht.

Was ich daraus mache, liegt am Ende an mir! Möchte ich, dass Selbstzweifel mich aufhalten und mir den Mund verbieten oder traue ich mich hinzuhören, was da gerade nicht stimmig ist?

Ich habe gelernt und lerne immer noch - hinzuhören. Ob Angst, Wut, Scham oder Trauer....darin verbirgt sich immer eine wirklich wundervolle Botschaft aus dem Herzen. Diese Momente sind magisch.

Wenn Deine Stimme des Herzens kein graues Rauschen bleiben soll, sondern Du die Botschaften einmal klar verstehen und für Dich nutzen möchtest, dann melde Dich gerne bei mir. Ich zeige Dir, wie Du jeden Anteil in Dir zu Wort kommen lassen kannst und herausfindest, welche Funktion dieser Anteil oder dieses Gefühl in Dir hat. Wegmachen ist nämlich nicht die Lösung - sondern hinschauen und annehmen.

Danke Dir fürs Lesen!

Ich freue mich natürlich wie immer auch über Kommentare wie Du mit Deinen Selbstzweifeln umgehst und welche Aufgabe sie in Deinem Leben haben.

Alles Liebe Deine Dana

Wie möchtest Du leben und arbeiten?

Wünscht Du Dir als Mama ein selbstbestimmtes, freies und unabhängiges Leben? Sehnst Du Dich danach, leicht und unbeschwert durchs Leben zu gehen und mehr das zu tun, was Dir wirklich Freude bereitet?
Made on
Tilda