Dana Hocke, 18. Feburuar 2020
Wie Du Deinen Selbstwert stärken kannst!
Heute möchte ich über Deinen und meinen Selbstwert mir Dir sprechen. Ein Thema, dass immer ein bisschen vage mitschwingt, wenn es um persönliche Veränderung oder das Thema Selbstliebe geht. Dennoch sind wir uns dessen Bedeutung unser gesamtes Dasein und Wohlsein oft nicht wirklich bewusst sind.

Im letzten Jahr spürte ich besonders intensiv, wie sehr mein Selbstwert mit vielen Randthemen, die mich immer wieder triggerten zu tun hatte. Weil ich finde, dass dieses Thema für so viele Menschen da draußen eine Rolle spielt und wir es bei unseren Kindern anders machen sollten, möchte ich meine Erkenntnisse heute mit Dir teilen und gebe Dir etwas sehr erhellendes mit an die Hand.

Du findest am Ende des heutigen Blogbeitrags meine "3 praktische Tipps, mit denen Du Dein Selbstwertgefühl steigern kannst" und 3 wertvolle Buchempfehlungen von mir, die Dir und Deiner Familie helfen ein liebevolleres, wertschätzenderes Miteinander zu pflegen.

Viel Freude und los geht´s!
Wie entwickeln wir ein stabiles oder instabiles Selbstwertgefühl?
Erstmal etwas grundlegendes zum Thema Selbstwert. Hast Du Dich schon mal gefragt, was Du Dir wert bist? Oder wann Du oder jemand anderes ein hohes Selbstwertgefühl hat? Und da beginnt schon die erste Unterscheidung. Du hast einen Selbstwert. Das ist ein Wert Deiner Selbst. Der ist immer gleich und im Prinzip unveränderbar - egal, was Du tust oder nicht tust. Dein Selbstwertgefühl hingegen ist, wie Du selbst Deinen Wert wahrnimmst. Das wiederum wird durch innerliche Einstellungen und äußere Prägungen im Laufe Deines Lebens in Dich hineingepflanzt und von Dir selbst entsprechend wahrgenommen. Es nährt sich dadurch, wie Du über Dich denkst und was andere zu Dir sagen.

Wann hast Du das Gefühl, Du bist besonders wertvoll? Wann fühlst Du Dich geliebt, geschätzt, wichtig?
Wann ist Dein Selbstwertgefühl also gut genährt und besonders hoch?

Richtig, in den meisten Fällen wenn folgendes passiert: Wir haben Erfolgserlebnisse und werden für unsere gute Leistung belohnt. Wir werden für gute Taten besonders anerkannt und geschätzt. Wenn ich mit dem was ich tue erfolgreich bin und mich andere Menschen brauchen.

Wo sind diese Dinge verhaftet? Wie wird Dein Selbstwert hier genährt? Richtig! Durch äußere Bedingungen.

Das sind Dinge, die von außen bestimmen, wie wertvoll ich mich fühle und sobald diese nicht erfüllt sind, fühle ich mich wertlos. Damit können wir tatsächlich eher von Fremdwert sprechen, oder?

Betrachten wir dazu mal unsere Entwicklung: Wie war Dein Leben in der Herkunftsfamilie, welche Erinnerungen hast Du an Kindergarten und Schule. Wie wurde mit Dir umgegangen? Wir werden die meiste Zeit bewertet. Machst Du etwas gut, haben Deine Bezugspersonen positiv auf Dich reagiert. Machst Du etwas nicht angemessen in ihren Augen, wurde Dir mitgeteilt, dass es nicht angemessen ist oder Du wurdest vielleicht sogar auf irgendeine Weise bestraft. Lob und Anerkennung für gute Taten, Lob und Anerkennung für Erfolg, Lob und Anerkennung für gute Leistung, Lob und Anerkennung für ein tolles Auto, Haus, Job. Das reicht bis ins Erwachsenenalter.

Hast Du schon mal versucht etwas nicht zu bewerten? Beispielsweise, wenn Dein Kind etwas tolles bastelt? Wie reagierst Du? Und ist das wirklich Deine authentische Begeisterung? Dein Kind braucht Deine Anerkennung nicht! Es findet die Dinge so gut, wie sie sind. Es tut es nicht für Dich oder andere - zumindest am Anfang nicht. Doch zu der Motivation eines Kindes und auch Deiner ein anderes Mal mehr. Jetzt nochmal zurück zum Thema Selbstwertgefühl und wie es sich entwickelt.

Im Laufe unseres Lebens erfahren wir, was andere an uns gut oder schlecht finden und orientieren uns daran. Das nehmen wir als Maßstab dafür, was wir wert sind! So haben wir es früh gelernt und so geben wir es vermutlich weiter, weil es nicht im Bewusstsein ist, was unser Selbstwert eigentlich ist und wie wir zu unserem natürlichem Selbstwert zurück gelangen können.

Diese Theorie ist also nicht nur für uns selbst ganz bedeutsam und erleuchtend, sondern auch im Umgang mit unseren Kindern. Wenn ich unser System genau betrachtet, leben wir in einem Fremdwertsystem.

Noten, Qualifizierungen Zertifikate, Sozialer Status, Statussymbole sind doch in der Regel das, woran wir uns messen. Erfolgreiche Menschen sind in der Regel die, mit denen wir uns vergleichen und an all diesen Dingen machen wir fest, wo wir stehen und was wir wert sind?!

Wenn wir dann kritisiert werden, fühlen wir uns schnell wertlos. Wir identifizieren uns über unsere Leistungen, weil wir es so gelernt haben.

Und jetzt kommt die Erlösung. :-) Eine neue Denkweise, die so einleuchtend ist, dass es beinahe zu einfach ist.

Ein natürliches Selbstwertgefühl haben wir zwischen dem 0. und 2. Lebensjahr. Wir kommen auf die Welt und sind wertvoll. Weil wir da sind, sind wir wertvoll. Wir werden geliebt.

Erst später beginnen wir etwas bestimmtes zu tun oder zu unterlassen, um wertvoll zu sein. Kinder merken sehr schnell wofür sie Anerkennung, Bewunderung und Lob bekommen. Sie wollen schließlich ihren Eltern gefallen. Sie sind schließlich von ihrer Zuneigung und Liebe abhängig.

Wenn Du Dich wertvoll fühlst, weil Du eine bestimmte Leistung erbracht hast, dann machst Du Dich also weiterhin von anderen abhängig.

Als Kind nehmen wir Kritik sehr persönlich. Wir können in den ersten 7 bis 12 Lebensjahren noch nicht unterscheiden, dass die Kritik an eine bestimmte Sache oder Handlung gerichtet ist und nicht auf uns als Mensch. Demnach folgt der Gedanke: "Ich habe einen Misserfolg, ich bin wertlos! Ich habe meine Eltern verärgert, ich bin falsch. Ich war zu laut, meine Mama ist sauer. Oh, ich bin noch ok, wie ich bin."

Daraus entwickeln wir einen Selbstwert, der an Bedingungen geknüpft ist. "Ich muss etwas besonderes Tun oder ich muss Dinge besitzen, um mich wertvoll zu fühlen."

Entscheidend ist hier also, wie wir mit unseren Kindern und auch mit uns selbst umgehen. Daher auch der Grundgedanke einiger Vertreterinnen der bindungs- und bedürfnisorientierten Elternschaft, dass Lob ebenso schädlich sein kann wie Kritik. Kinder beginnen nämlich für das Lob etwas zu tun und nicht mehr der Sache selbst wegen. Einfach, weil sie Spaß daran haben.

Kinder wünschen sich nichts mehr als von den Eltern geliebt zu werden. Die Herausforderung liegt also darin, sich selbst seiner Handlungen und Taten bewusst zu werden und die Liebe, die wir für unsere Kinder empfinden, auch in liebevolle Handlungen umzusetzen. Wenn Du dazu mehr lesen möchtest, empfehle ich Dir folgende Bücher: Jasper Juul Grenzen, Nähe, Respekt: Auf dem Weg zur kompetenten Eltern- Kind-Beziehung oder Naomi Aldort: Von der Erziehung zur Einfühlung. Wie Eltern und Kinder gemeinsam wachsen.

Ich bin etwas und weil ich etwas bin, tue ich etwas und ganz nebenbei, bekomme ich etwas. Ganz automatisch!
Der neue Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl!
Ich bin etwas und weil ich etwas bin, tue ich etwas und ganz nebenbei, bekomme ich etwas. Ganz automatisch!

Selbstwertgefühl fängt im Innen an. Ich bin mir was wert! Ich fühle mich wertvoll! Ich bin wertvoll!

Warum soll irgendein Mensch mehr wert sein, nur weil er andere Dinge besitzt oder andere Dinge tut. Warum soll ein Mensch mehr wert sein, weil er erfolgreicher ist oder mehr Geld verdient, mehr Fans oder bessere Zeugnisse hat.

Sich selbst toll finden ohne sich toller zu fühlen als jemand anderen, ist die Kunst.

Lob, Zeugnisse, Anerkennung für die eigene Leistung zeigt Respekt, doch es macht nicht den eigenen Wert aus. Es hat mit Deiner Persönlichkeit, Dir als Mensch NICHTS zu tun. Es hat lediglich mit den Dingen, die Du hast oder tust zu tun. Doch diese Dinge machen Dich nicht weniger oder mehr wert!

Ein erkenntnisreiches Beispiel von dem wunderbaren Speaker Jörn Gereon, der seine Zuhörerinnen fragt, wie viel wert ein 50 Euro Schein ist, wenn er ihn in der Hand hält und wie viel wert er ist, wenn er diesen Schein auf den Boden wirft, drauf tritt und schmutzig macht. Er stellt uns vor die Frage: Wie viel wert wird er in einem hochwertigen Portmonnaie sein? Wie viel wert wird er sein, wenn er genickt und zerknautscht wird?

Richtig! Er bleibt 50 Euro wert. Und so ist das auch mit Dir! Du bist genauso viel wert, wie in dem Moment als Du auf die Welt gekommen bist. Du bist wertvoll, weil Du bist! Ziemlich krass, oder?

Klingt logisch und klar. Klingt einfach und dennoch fühlen wir uns oftmals so wertlos und völlig ungeliebt, weil wir etwas nicht können, machen oder wollen. Wir haben Angst vor Ablehnung oder harsche Kritik und passen uns dann lieber den Bedingungen an als uns selbst soviel wert zu sein, dass wir auch mit Ablehnung zurecht kommen würden. Natürlich ist Ablehnung per se nicht schön, doch was bist Du Dir selbst in diesem Moment wert, dass Du Dich lieber anpasst als für Dich selbst gut zu sorgen?
Wie Deinen Selbstwertgefühl stabiliersierst!
Wir fühlen uns dann geliebt, wenn uns unseren persönlichen Grenzen bewahrt und respektiert werden. Werden unsere Grenzen verletzt oder nicht respektiert, fühlen wir uns ungeliebt. Auf Dauer nimmt unser Selbstwertgefühl ab, auch unsere Fähigkeit konstruktiv zu handeln.

Es braucht 10 Jahre bis wir uns unsere Grenzen bewusst werden - also bis zu unserem 10. Lebensjahr. Um so besser wir unsere Grenzen kennen, umso leichter wird es uns fallen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Lernen wir jedoch eher Gewalt als Mittel der Erziehung kennen, das kann sich auch um verbale Gewalt handeln, werden wir immer wieder mit den Folgen zu kämpfen haben und nicht wissen, welche Grenzen wir da genau verletzten. Wir sind immer auf der Hut die Grenzen des anderen nicht zu verletzten ohne unsere eigenen wirklich kennen zu lernen.

Hier mal ein paar Beispiele zur Veranschaulichung. Die berühmten Sätze: "Sei jetzt ruhig, wir unterhalten uns! Du hast gefälligst den Mund zu halten ,wenn wir uns unterhalten!" oder auch Beleidigungen, Kränkungen und abwertende Kommentare erzeugen anstelle von Respekt, Angst. Wir können nicht lernen, was richtig und was falsch ist. Wir lernen stattdessen Grenzen zu anderen nicht zu respektieren, sondern vielmehr die Konsequenzen zu fürchten.

Das Paradoxe an der Sache ist, dass wir die eigenen Grenzen nur dadurch kennen lernen, dass andere sie überschreiten. Wenn auch unbewusst oder unbeabsichtigt. Auch die Grenzen anderer erkennen wir nur dadurch, dass wir mit ihnen zusammen stoßen oder sie verletzten. Die Herausforderung liegt daher in einer gesunden Kommunikation und der Reflexion der eigenen Handlungen und Taten. Das Erleben von Liebe ist abhängig davon, wie wir liebevolle Gefühle in liebevolle Handlungen umsetzen. Auch wenn Liebe ganz unterschiedlich wahrgenommen wird und Kinder und Erwachsene ihre ganz eigene individuelle Art erleben, geliebt zu werden, liegt hier der Grundstein für ein gesundes Selbstwertgefühl und ein liebevolles Miteinander.

Diese Erkenntnis hat mir insofern geholfen, als das ich nun besser verstehe, warum ich in so vielen Momenten meines Lebens schon an meine Grenzen gestoßen bin und mich eher handlungsunfägig sowie in Folge dessen wertlos gefühlt habe. Gleichermaßen hat mir diese Erkenntnisse gebracht, dass wir unseren Wert nicht von äußeren Bedingungen abhänigig machen müssen. Sondern vielmehr auf uns selbst als besondere Schöpfungen dieser Welt blicken dürfen.

Fazit: Wir steigern unseren Selbstwert dadurch, dass wir erkennen, dass wir bereits wertvoll sind. Egal was wir gerade machen, leisten, geben, nehmen oder nicht. Wir sind wertvoll!

Da es vielen Menschen schwer fällt, dass zu verinnerlichen, möchte ich zu einer Übung in drei Schritten einladen! Und bedanke mich schon mal für Deine Zeit.

Alles Liebe, Deine Dana
3 praktische Tipps, wie Du Dein Selbstwertgefühl steigern kannst.
1
Was schätzt Du an Dir?
Werde Dir Deiner selbst bewusst und schaue, wer Du wirklich bist. Bewerte es nicht, sondern erkenne es! Schreibe alles auf, was Dir dazu einfällt. Was macht Dich aus? Konzentriere Dich auf all die positiven Dinge. Meistens sind wir uns mehr unseren Schwächen bewusst als unseren Stärken. Schließlich werden sie uns auch oft genug von Außen unter die Nase gerieben.

Worin liegen Deine Stärken? Wofür schätzen Dich andere Menschen, wofür auch Du Dich selbst schätzt? Was sind Deine ganz besonderen Momente mit Dir selbst, in denen Du Dich rundum wohl fühlst? Wann hast Du das Gefühl Dich geliebt zu fühlen?
2
Ich bin es mir selbst wert, dass....
Werde Dir Deiner Selbst bewusst, indem Du Dir regelmäßig vor Augen führst, was Du Dir selbst wert bist. Das kannst Du anfänglich tun, in dem Du Dir immer wieder Ich bin - Sätze dazu aufschreibst. z.B. Ich bin wertvoll. Ich bin liebenswert. Ich bin gut so wie ich bin. Noch kraftvoller finde ich für mich die Schreibvariante: Ich bin es mir selbst wert, dass....!" Und dann fühle die Sätze aus mit: ....andere meine Grenzen wahren. ....ich auf mich achte und mich selbst gut behandle. ....ich mich selbst schätze und nicht belüge.
Tue dies regelmäßig, es braucht eine Weile bis sich Dein Verstand auf diese neue Form des Denkens eingestellt hat. Und bleibe dran, auch wenn es mal wieder Rückschläge gegeben hat. Was Du über Jahre erlernt hat, braucht Zeit, um es umzulernen. Es ist ein bisschen wie Training. Irgendwann ist es in Deinem Bewusstsein und Du kannst viel schneller darauf zurück greifen....es stärkt Dich von innen heraus.
3
Liebesbrief an Dich selbst!
Und wenn Du eine Kirsche oben drauf möchtest, da dann empfehle ich Dir diese super schöne Aufgabe.
Schreibe einen Brief an Dich selbst. Entweder als Liebesbrief oder als Lobrede. Stell Dir vor, Du würdest einen Brief an eine gute Freundin schreiben und ihr sagen wollen, weshalb sie so unfassbar wertvoll und liebenswert ist. Nimm Dir ruhig etwas Zeit und gestalte Diesen Brief wirklich von Herzen. Stell Dir vor, der wertvollste Mensch für Dich, soll diesen Brief bekommen. Was möchtest Du diesem Menschen mitteilen?

Lege den Brief dann zur Seite und klebe ihn zu. Du kannst auch eine Person Deines Vertrauens bitten, Dir diesen Brief in einigen Wochen per Post zukommen zu lassen. Diese Übung kann sehr heilsam sein und unterstützt Deinen Selbstliebe-Prozess, was wiederum Deinen Selbstwert steigert. Wenn Du Dich von Dir selbst geliebt fühlst, kannst Du auch Deinen Wert erkennen.

Und bedenke - es geht nicht darum, was andere von Dir meinen, was Du gut kannst, sondern nur darum, was Du selbst wirklich an Dir magst. Und an dieser Stelle traue Dich, ehrlich zu Dir selbst zu sein. Es gibt kein richtig und kein falsch. Am Anfang ist es vielleicht etwas mühsam. Vielleicht bist Du mit dieser Art über Dich zu reden und zu denken noch nicht vertraut. Gib Dir etwas Zeit! Viel Spaß!
Meine 3 Buchtipps für Dich
Ich möchte Dir diese 3 Bücher ans Herz legen, wenn es darum geht gesunde, liebevolle und wertschätzende Beziehungen zu Dir, Deinen Kindern und Deinem Partner entwickeln könnt.

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