Dana Hocke, 28. Januar 2020
Wir werden nicht als Mutter geboren!
Ok, meine Liebe! Heute geht es mal ans Eingemachte. Ich möchte mir mal zu einem Thema Luft machen, dass mir schon lange auf dem Herzen liegt. Nämlich das Thema Mutterschaft in der heutigen Zeit und welche enorme Belastungen auf unseren Schultern liegt.

Denn wenn ich mich so umschaue, gibt es zwar diese wundervollen Bücher und Ratgeber, die uns unterstützen sollen eine gute Mutter zu sein, die am Ende auch nur ein Konstrukt aus Modulen sind, wie andere meinen, wie es zu sein hat. Wie möchtest Du Dich wirklich als Mama fühlen und wie möchtest Du auch als Frau sein?

Was macht das mit Dir, wenn Du ständig überall diesem Druck ausgesetzt wirst - nicht gut genug zu sein. Ich meine, vermutlich gibst Du Dir echt viel Mühe und lebst Deine Mamasein, interessierst Dich dafür, wie die Bindung zu Deinem Kind gestärkt werden kann, wie Du mit Entwicklungsphasen Deines Kindes umgehen kannst, welche Nahrung für Euch das Beste ist - ob Du nun 3 Jahre stillst oder nur 2 Monate und denkst hin und wieder darüber nach, wie Du Dich auch beruflich mit Familie aufstellen kannst.

Und wenn Du schon Deine berufliche Position gefunden hast, dann bist Du die ganze Zeit damit beschäftigt die Balance zwischen Familie, Beruf und Dir selbst nicht zu verlieren - was am Ende nur bedingt klappt - vermute ich! Wo auch immer Du stehst, so richtig im Einklang ist das Leben vieler Frauen mit Familie mit ihren Herzenswünschen und Bedürfnisse nicht. Vielmehr strampeln sich die modernen Mütter ab für ein bisschen Anerkennung und Akzeptanz in der Arbeitswelt und Wertschätzung im Privatleben. Was ich darüber denke und meine heute mal kritische wie auch Mut machende Perspektive, teile ich in diesem Beitrag.

Und los geht´s!
Normative Rollenbilder verengen den Blick auf Frauen!
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, welchen Stellenwert Du in Deinem Leben als Mama und Frau eigentlich hast? Bist Du umgeben von kraftvollen, liebenswerten und Mut machenden Menschen, die Dich bestärken? Hast Du einen Arbeitsplatz, der wirklich zu Deinen Bedingungen und Bedürfnissen als Mama passt? Fühlst Du Dich als Mama wohl und sicher? Kannst Du Dich entfalten und auch Deine Rolle als Mama ganz individuell für Dich gestalten? Bist Du mit Dir selbst fein und weißt, dass alles absolut stimmig für Dich ist - beruflich, wie auch privat? Wenn, ja - dann gratuliere ich Dir und freue mich sehr für Dich! Wenn, nein - dann geht es Dir wie sehr, sehr vielen Frauen in unserer Gesellschaft.

Ein Luxusproblem? Vielleicht! Und dennoch ist es ein, denn immer mehr Frauen leiden an psychischen und physischen Erkrankungen auf Grund von Unwohlsein und Überforderung. Auch, wenn wir vieles selbst in der Hand haben, geht es mir heute mal um eine Perspektive, die bei allem eine zentrale Rolle spielen und dass ist der Umgang mit Frauen mit Kind(ern) und die Haltung diesen Menschen - also uns Mamas - gegenüber. Ja, wir sind Menschen. Keine Maschinen. Wir leben auch hier auf diesem Planeten und wir haben nicht das Muttergen - so macht man das - mit in die Wiege bekommen. Auch wir lernen und erfinden und regelrecht neu, wenn wir Eltern werden.

Betrachten wir das Mamasein mal etwas genauer!


Wir Mütter haben eine mega verantwortungsvolle Aufgabe - die sich nicht nebenbei erledigen lässt und kassieren dafür weder nen gutes Gehalt, noch Wertschätzung, Anerkennung oder irgendeine Art von Verständnis.

Stattdessen bekommen wir immer noch zu spüren, dass Mütter nicht richtig ins System passen. Oder wieviele Restaurants, Supermärkte oder Arbeitsplätze kennst Du, in denen Mütter mit offenen Armen empfangen werden, ihre Lebenswelt mit berücksichtigt wird und Du so müde, erschöpft und kraftlos sein darfst, wie Du es eben manchmal bist.

Du schüttelst den Kopf und findest das etwas zu überspitzt? Ok, Du darfst Deine Meinung haben. Und dennoch frage ich mich, was da schief läuft. Warum sollte das Leben von Müttern nicht auch leicht gehen dürfen?

Hast Du Dich auch schon mal gefragt, warum Süßigkeiten an der Kasse immer ganz unten stehen - genau da, wo wir mit Kindern am längsten warten müssen? Oder wieso die wenigen Spielecken im Cafes immer ganz hinten in der Ecke sind und versiffte Spielzeuge dazu einladen sollen eine schöne Zeit zu haben? Oder kennst Du einen Arbeitgeber, der es Dir ermöglich flexibel zu arbeiten, so wie Du es gerade brauchst?

Ach nee, stimmt - wir dürfen uns ja anpassen! Wieso haben wir eigentlich eigene Vorstellungen von Familie und Beruf und Leben?

Dann kommen da diese hübschen neuen Ideen von bindungsorientiert, artgerecht und bedürfnisorientiert - wundervolle Ansätze, die wirklich sehr viel Gutes beinhalten - doch auch mega viel Stress erzeugen - auf beiden Seiten. Da ist jetzt die super öko Mama, die 3 Jahre ihr Kind stillt und sich die ganze Zeit um die Bedürfnisse des Kindes dreht, nach außen immer entspannt und gelassen wirkt und einfach die geborene Mama zu sein scheint. Die trifft dann auf die Mama, die einfach den Wunsch verspürt sich auch beruflich weiter zu entwickeln und das Kind mit 9 Monaten in die Krippe bringt, abgestillt hat und ständig mit schlechtem Gewissen rumläuft, weil sie in ihrer Mutterrolle nicht so aufgeht wie andere Frauen. Oder da ist die Mama, die die ganze Zeit versucht beide Welten auszubalancieren und irgendwann völlig erschöpft und unzufrieden zusammenbricht.

Mütter stehen unter einem enormen Druck, weil wir in einer Zeit leben, in der wir jede Menge Wissen über die kindliche Entwicklung konsumieren können und am Ende unserer Intuition nicht mehr trauen, sondern den Internetratschlägen von anderen Müttern und Expertinnen, die es meinen durchschaut und gelöst zu haben. Ich bin dankbar und froh, dass es Expertinnen gibt, die uns Mamas Mut machen. Bitte verstehe mich da nicht falsch. Das ist wertvoll. Es ist nur dann nicht mehr wertvoll, wenn Du stattdessen Dich auf Dich selbst zu konzentrieren, nur noch in digitalen Foren abhängst und ein bisschen Bestätigung, Anerkennung, Freiheit oder Zugehörigkeit abzustauben. Alles berechtigte Bedürfnisse, die Du haben und stillen darfst. Die Frage ist nur wie stillst Du sie so, dass sie wirklich nahrhaft sind und nicht abhängig machen.

Gleichsam wollen wir als emanzipierte Frauen nicht in die 1950er Jahre zurück katapultiert werden, indem wir nur noch Mama ("am Herd") sind und auch von der Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen etwas abhaben. Oder wir wollen einfach NUR Mama sein und ernten dafür sehr abwertende Blicke. "Wie, Du möchtest nur Mama sein und nicht arbeiten gehen?"

Also, wie wir es machen - wir machen es für die "Gesellschaft" nicht richtig!

Doch wie sieht die Realität denn mal ganz sachlich und pragmatisch gesehen aus?

Die meisten Frauen sind erstmal fürs Kind da, während die Väter der Hauptverdiener sind. Bähmm. Gefangen in einer Frauenrolle, die wir nie wollten! Oder doch? Und versuchen wir es anders zu machen, eigene Wege zu finden, dann wird es nicht unbedingt leichter - denn wir "Neuzeitmamas" sind gerade dabei Systeme zu finden, die zu uns passen - dazu gehören Fehler machen und Vorreiterinnen werden! Leider nicht ohne Folgen, weil immer mehr Mamas sich völlig überfordert, erschöpft und einsam fühlen.
Erst die Emanzipation wollen und jetzt meckern, dass Familie und Beruf nicht zusammen passen
Wie auch, wenn nur eine Scheinwelt konstruiert wird. Natürlich wird versucht für Frauen bessere Bedingungen zu schaffen - das sehe ich schon.

Am Ende gibt es die Frauenquote, ein "-Innen" in der Schriftsprache, was auf unsere Existenz aufmerksam machen soll und Teilzeitmodelle von denen wir nicht oder nur ungenügend bis gar nicht für unsere existenzielle Sicherheit sorgen können.

Frauen als Exotinnen dieser Welt.

...zu sexy, zu schön, zu klug, zu weiblich, zu durchsetzungsfähig, zu emotional, zu sozial, zu kommunikativ, zu irgendwas!

Ganz ehrlich, mich nervt diese Einbahnstraße der Denke.

Was, wenn Frauen andere Bedürfnisse haben als Männer? Was wenn Menschen generell unterschiedlich ticken?

Was, wenn wir einfach auch gerne mehr wollen als Mama sein, aber eben flexiblere Jobmodelle brauchen oder Betreuungsmöglichkeiten, die von regulären Zeiten abweichen. Was, wenn Anerkennung, Wertschätzung und Aufmerksamkeit menschliche Bedürfnisse sind, die auch eine Mama für ihren Einsatz erfahren sollte?!

Richtig, wir werden auch noch "bestraft" dafür, dass wir als Frau Kinder bekommem indem wir schlechter bezahlt werden. Der Grund: Frauen fallen häufiger aus als Männer. Periode und kranke Kinder!

Echt jetzt!?!

Es tut mir leid, dass ich nicht mehr zusehen mag, wie wir Frauen uns abrackern für ein bisschen Anerkennung, Wertschätzung und Zugehörigkeit.

Ich akzeptiere es nicht mehr, dass sich Frauen vor lauter Verzweiflung verstecken, weil sie einfach nicht wissen, wie sie das Mamasein und berufliche Selbstverwirklichung meistern sollen und sogar krank werden.

Ich möchte, dass wir Frauen anfangen zu reden und zwar auch über die unbequemen Themen. Denn nichts ist selbstzerstörerischer als alles in sich hinein zu fressen.

Am Ende leiden die Kinder!

Unentspannte Mütter hat schließlich auch Folgen auf die Entwicklung unserer Kinder. Und dabei geht es mir nicht um Schuld sondern um Bewusstsein. Es braucht gar nicht noch ne tolle Strategie wie bedürfnisorientiert, artgerecht, bindungsorientiert oder so. Diese Ansätze sind fein, doch erzeugen sie auch Druck, wenn wir dem nicht gerecht werden und Überzeugungen in uns Aufsteigen von "Ich bin keine gute Mutter" - weil ich es mal wieder nicht geschafft habe, mich an diese neuen "Richtlinien" des Familienlebens zu halten.

Gesunde Strategien, die uns unterstützen sind wirklich wundervoll. Doch eine gesunde Einstellung zu uns selbst und damit ein wohlwollendes Fühlen, ist mindestens genauso wichtig.

Was es wirklich braucht sind..
Mamas die sich sicher, wohl und geliebt fühlen. Mamas, die sich selbst mögen und wertschätzen. Mamas, die genügend Selbstvertrauen haben, auch knifflige Situation zu meistern. Mamas, die sich Unterstützung holen, wenn´s alleine nicht mehr geht.

Und ganz ehrlich, das ist im Grunde nicht so schwer, wenn wir endlich anfangen würden auf unserem eigenen Spielplatz des Lebens wieder zu spielen. Du kannst echt ne Menge an Dir rum therapieren - das kann auch helfen - klar! Aber das Kind in Dir muss nicht nur Heimat finden - es sollte auch mal wieder spielen!

Wir sind nicht fehlerfrei, doch wir können verdammt nochmal aufhören uns zu verkriechen und aus dieser Defensive herauskommen. Wir sind Menschen und wir dürfen miteinander und voneinander lernen. Dafür braucht es nicht viel. Lediglich Offenheit, Neugier und Mut und aufeinander zugehen.

Stelle Dir mal vor, Du durchbrichst dieses innere Gefängnis und beginnst Deinem Kind vorzuleben, wie ein freies, glückliches, selbstbestimmte Leben voller Selbstvertrauen und Liebe aussieht?

Stelle Dir mal vor, Du bist die Frau, die Vorreiterin wird für andere Frauen und weitere Frauen inspiriert.

Wie würde die Welt dann aussehen?

Erschöpfte, verzweifelte und unzufriedene Mütter oder selbstbestimmte Frauen mit Kindern, die sich lieben und ihrem Herzen folgen?

Sind wir mal ehrlich!

Die Situation, dass Frauen - Beruf und Familie gleichsam managen wollen ohne sich auszubrennen - gibt es noch nicht lange. Und, jetzt dürfen und wollen die Männer häufig auch noch ihren Part als fürsorglicher Vater übernehmen. Ist ja toll, doch das WIE als gleichberechtigte Familienmitglieder darf auch erstmal gelernt werden.

Wir sind in einer Übergangs- oder nennen wir es Schwellenphase. Familienmodelle ändern sich, die Arbeitswelt formiert sich neu, Menschen kommen hinter ihre Bedürfnisse, erkennen was wirklich im Leben zählt, alles ist im Wandel, ständig in Bewegung - und Du mitten Drin - gefangen in unendlichen Möglichkeiten - überfordert und unfrei von der Fülle in der wir nur noch funktionieren.

Was es braucht ist Ruhe und die Fähigkeit bei sich selbst an zu kommen, sich selbst kennen zu lernen und den Fokus auf sich selbst zurück zu lenken. Im Außen ist viel Ablenkung, Wusel, Bewertung und sind zu viele fremde Träume.

Also, was willst Du? Wer bist? Und wie willst und wünscht Du Dir Dein Leben als Mama?

Es ist Dein Leben!

Der Punkt ist, wir können die anderen nicht ändern. Doch wir können uns verändern! Und jeder für sich ist zusammen gesehen die Veränderung des Ganzen.

Also, was möchtest Du? Wer möchtest Du sein?

Schreibe mir gerne dazu an hallo@herzsein.de. Welche Erfahrungen hast Du gemacht oder wo sind für Dich offene Fragen. Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Alles Liebe Deine Dana


Wie möchtest Du leben und arbeiten?

Wünscht Du Dir als Mama ein selbstbestimmtes, freies und unabhängiges Leben? Sehnst Du Dich danach, leicht und unbeschwert durchs Leben zu gehen und mehr das zu tun, was Dir wirklich Freude bereitet?
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