Dana Hocke, 13. April 2020
Corona macht Angst! Liebe ist die Lösung!
Lasst uns über Angst sprechen! Angst, die so viele Menschen haben und keiner haben soll!
Letzte Woche schrieb ich einen sehr ausführlichen Artikel darüber, wie ein gesundes und bewusstes Leben aussehen sollte. Ich bekam ausführliche Emails auf meinen Beitrag zurück und war erstaunt, wie sehr mein Thema auch andere berührte, bewegte oder animierte ihre Gedanken mit mir zu teilen. Dafür zunächst einmal herzlichen Dank.

Eine Email bewegt mich, dazu noch mal genauer hinzuschauen, wenn es um das Thema Angst geht.

Immer häufiger lese ich, dass Angst irgendwie etwas schlechtes ist, dass weg muss. Zumindest nehme ich das so wahr. Wenn wir Angst haben, begrüssen wir sie in der Tat nicht gerade oder schätzen sie. Nein, wir sind dankbar für schnelle Lösungen, die uns zeigen, wie wir die Angst "besiegen". Denn immer mehr Menschen leiden unter starken Ängsten bis hin zu Panikattaken.

In den letzten Jahren habe ich so viel über körperliche und mentale Gesundheit gelernt und mich immer weiter auch mit dem Thema Angst intensiv auseinander gesetzt. Auch vor dem Hintergrund, dass ich selbst bis letztes Jahr starke Angstwellen hatte sprich Panikattaken.

Doch eines möchte ich heute unbedingt mal gerade rücken. Die Angst per se ist nicht das Problem, sondern wie wir mit ihr umgehen, wie wir über sie denken und wie auch das Umfeld auf Angst reagiert.

Zudem steckt hinter Angst häufig eine angelernte Hilflosigkeit, die uns in die Enge treibt oder unverarbeitete seelische Schmerzen, die sich jetzt ihren Kanal suchen.

Angst ist erstmal nur ein Gefühl. Ein unangenehmes! Sie beschützt uns vor Gefahren. Bei genauerer Betrachtung sind Ängste eine gute Wegweiserin zu uns selbst!

Ich stelle daher die Frage: Was ist schlimm daran, wenn Menschen Angst haben?

Ich habe Angst und ich hatte sie auch in den ersten ungewissen Wochen mit Corona. Ich oute mich jetzt für all die Menschen, die auch Angst haben und sich dafür schämen. Ich möchte mich dafür nicht schämen und auch nicht verstecken. Angst zu haben ist keine Schande, kein Fehler in der Matrix oder ein unbrauchbares Gefühl. Angst kann sehr nützlich sein und es bringt die Menschheit nicht weiter, keine Angst mehr zu haben. Es bringt sie jedoch weiter sich mal der eigenen Angst bewusst zu werden und aufzuhören sich von ihr "fremdbestimmt" steuern zu lassen.

Wenn wir Kinder haben, dann merken wir schnell, dass wir denen nichts von einem höheren Bewusstsein erzählen, sondern sie in ihren Gefühlen stärken und ihnen im Idealfall beibringen, dass Gefühle kommen und gehen. Wir werden sie darin unterstützen, dass Gefühle weder gut noch schlecht sind. Sie sind da. Energie, die durch unseren Körper fließt. Wer früh lernt, Gefühle nicht als Gefahr zu betrachten, sondern als Teil des Menschseins, wird sicher später keine Angst vor der Angst haben oder Wut als unangemessen betrachten. Diese Menschen werden fühlen und dazu weder andere, noch sich selbst verletzten. Einfach, weil ein Gefühl erstmal ganz neutral betrachtet wird als das was es ist. Ein Gefühl, wenn auch manchmal ziemlich unangenehm.

Ich bin keine Freundin davon, alles in uns, das wir nicht gut oder angenehm finden, weg haben zu wollen. Natürlich finde ich es gesund, sich seiner Gedanken, die zu negativen Gefühlen führen, bewusst zu machen. Doch immer wieder davon zu sprechen, dass wir keine Angst haben sollen oder Angst nur ein Konstrukt unserer Gedankenwelt ist, macht am Ende nur Druck. Und Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck.

Wie wäre es, wenn Angst einfach erstmal gefühlt werden dürfte und wir es uns erlauben Angst zu haben. Auch, vor Corona und den Folgen. Wieso eigentlich nicht?! Ist es nicht menschlich Angst vor der eigenen Zukunft zu haben und Unsicherheit nur schwer auszuhalten? Ist es nicht menschlich, wenn wir jetzt auch mal Angst zu haben, dass unsere äußere Sicherheit wegbricht. Ist doch auch gut, wenn Angst hoch kommt. Darin steckt nämlich auch die Chance für neues Bewusstsein.

Für mich stellt sich viel mehr die Frage, wie wir mit der Angst umgehen.

Wenn Angst dazu führt, dass wir ständig versuchen die Kontrolle zu übernehmen oder uns in unserer Komfortzone zu parken, unbeweglich, starr und eng in unserem Meinungsbild werden, dann ist sie sicher mehr als nur ein Gefühl. Dann steuert sie unser Leben. Ja, von der Angst können wir gerne sagen, dass sie nicht konstruktiv ist und dass sie uns steuert. Wenn wir aus lauter Angst nicht mehr handlungsfähig werden und lieber nur zuschauen, auch dann ist die Angst sicherlich nicht die beste Energie für ein bewusstes und gesundes Zusammenleben.

Für mich hat das aber vielmehr damit zu tun, wie wir mit Angst umgehen. Mal davon abgesehen, dass Angst im Grunde eine Schutzfunktion hat. Sie ist eine Wächterin, die uns davor bewahrt ein lebensbedrohliche Situation zu ignorieren.

Wenn wir also bewusst leben und erwachte Menschen sein wollen, geht es nicht darum unsere Gefühle als nicht real anzusehen oder sie mit anderen Wahrheiten eliminieren zu wollen. Es geht darum, sie sich einmal anzuschauen und ihnen zuzuhören, aufmerksam zu sein und mit ihnen Frieden zu schließen. Sie können uns per se nichts anhaben. Sie können uns maximal in eine Richtung lenken, die wir nicht wollen.

Dabei liegt es doch an uns, ob wir dieser Angst folgen wollen oder ob wir sie respektvoll oder auch liebevoll anerkennen und uns nicht von ihr leiten lassen.


Angst ist ein Gefühl, wie Freude, Wut, Trauer... auch!

Wenn es also um Angst geht, dann nicht, diese permanent wegzureden, wenn sie nun mal spürbar ist. Ich weiß, dass Liebe Heilung bringt und dass Liebe die Energie ist, mit der wir viel leichter und freier sind als mit Angst. Ich weiß, dass unser Unterbewusstsein mehr Einfluss auf unsere Entscheidungen und Handlungen hat als unser Bewusstsein. Ich weiß, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist, wenn es um ein gesundes Leben geht. Ich weiß, dass Angst unser Immunsystem schwächt und auch unsere Sicht auf die Welt einschränkt. Und dennoch sage ich, lasst uns einmal die Angst würdigen und anerkennen, dass sie da ist, bevor wir sie pseudomäßig hinter der Liebe verstecken wollen.

Wer ängstlich ist, kann nicht einfach Liebe drüber stülpen. Diese Menschen dürfen sich mit Angst auseinander setzten. Denn ein Grund für Angst ist auch, dass wir zu wenig über uns oder auch über Themen die uns Angst machen wissen. Wir sind einfach schlecht informiert und glauben was uns vermittelt wird. Wer also nicht in der Lage ist, gemachte Wahrheiten zu hinterfragen und sich eigene Wahrheiten zu kreieren, wird immer wieder mit dem gleichen Reaktionsmuster reagieren. Natürlich brennt sich das in uns ein und wird langfristig zu einem Persönlichkeitsmerkmal. Natürlich können wir das auch ändern.

Doch, was braucht es dafür? Und zwar ganz konkret?

1. Verständnis und Annahme, dass Menschen Angst haben. Egal vor was. Da nimmt den Druck raus und mindert meistens schon die Angst. Denn, wer sich schämt Angst zu haben, schürt damit das Feuer, unterdrückt die Gefühle und explodiert irgendwann.

2. Austausch und Kontakt mit der Angst. Denn dahinter stehen oft Erfahrungen, die mit Verletzungen zu tun haben. Seelische Schmerzen, die nicht behandelt wurden. Dazu braucht es nicht immer einen Therapeuten oder eine Therapeutin. Ich spreche hier auch nicht von Traumata. Es können einfach einschneidende Erlebnisse gewesen sein, die uns geprägt haben. Wenn beispielsweise Angst als etwas Negatives gesehen wurde, nicht sein durfte oder enge Bezugspersonen selbst keinen gesunden Umgang mit Ängsten vorleben konnten, dann ist es nicht ungewöhnlich, dass wir sie versuchen wegzudrücken, bis sie später auf anderen Ebenen sichtbar werden z.B. durch Sucht, Aggression, Depression, Leistungsdruck, Perfektionismus, Bindungsstörung, Wut ....usw. Wenn wir diesen Schmerz in uns heilen wollen, brauchen wir ihn nicht immer wieder hoch holen, aber wir dürfen uns einmal bewusst machen, dass es ihn gibt und dieser Schmerz die Ursache dafür sein kann, dass wir Angst haben. Denn wenn das Herz verletzt wurde oder nenne es die Seele, dann ist die logische Konsequenz Selbstschutz. Fakt ist, wir dürfen als Erwachsene auch erkennen, dass wir nicht mehr kleine hilflose und abhängige Wesen sind und jetzt neue Verhaltensweisen erlernen können. Das bedeutet auch, wie wir mit Schmerz umgehen wollen, darf neu bewertet werden. Verachten wir die Gefühle wie Angst oder wenden wir uns unseren Gefühlen liebevoll zu?! Zumindest für einen Moment. Irgendwann darf der Fokus auch auf die Sonnenseiten des Lebens gerichtet werden. Unbedingt!

Es braucht keine Bilder aus der Vergangenheit oder ein Eintauchen in Erinnerungen. Es braucht lediglich ein Bewusstsein dafür, was ich als ein bewusstes Fühlen bezeichnen würde, dass es dieses Gefühl gibt oder gab. Und dass wir heute diesen Bereich in uns nicht mehr beschützen brauchen. Aber wir dürfen diesen Bereich in uns versorgen. Natürlich besteht hier immer die Gefahr, dass wir andere dafür verantwortlich machen wollen. Gerade wenn im Erwachsenenalter dieser Schmerzpunkt getriggert wird. Ich kann gut verstehen, dass wir uns Schuldige suchen wollen, um diesen Schmerz ja nicht fühlen zu müssen.

Ich selbst habe über Jahre versucht auf Verstandsebene zu interagieren und zu verstehen. Damit habe ich auch anfangen meine Gefühle zu kontrollieren bzw. das was mich im Leben umgibt. Ich kontrollierte mehr und mehr das Leben. Das ist unglaublich anstrengend. Das Leben IST einfach und es werden Dinge geschehen, die kann niemand kontrollieren. Corona ist da ein schönes Beispiel. Deswegen ist die Bearbeitung über den Verstand nicht unmittelbar der Weg, wenn auch nicht völlig außer Acht zu lassen. Es ist eine gesunde Mischung aus Herz und Verstand.

Wie ich das meine und was das genau bedeutet, möchte ich gerne noch etwas genauer erläutern. Doch bevor ich das tue, möchte ich noch meinen 3. Aspekt nennen, was es dafür braucht, mit Angst ins "Reine" zu kommen.

3. Neue Perspektiven, die uns helfen, neue Erfahrungen zuzulassen und Menschen, die uns dabei unterstützen. Was meine ich damit! Es ist bei mir noch nicht solange her, dass sich meine Perspektiven auf das Leben und mein Bewusstsein völlig verändert hat. Ich bin schon immer ein Mensch, der die Dinge hinterfragt. Wenn Du dadurch jedoch immer auf die gleichen Mittel, sei es Bücher, Weisheiten oder Menschen zurück greifst, wirst Du auch immer die gleichen Antworten bekommen. Du bestätigst Dir das, was Du sowieso schon denkst und meinst zu wissen. Es brauch also den Mut, andere Perspektiven einzunehmen bzw. zunächst erstmal andere, vielleicht ungewöhnliche Ideen oder Konzepte genauer anzuschauen. Ich möchte das an einem Beispiel aus meinem Leben etwas verdeutlichen.

Seit ich auf dieser Welt bin, habe ich die Erfahrung gemacht nicht gesund zu sein. Mir wurde immer wieder gesagt, dass ich nicht richtig esse. Ich war oft krank und sehr schlank. Ich lernte also auch, so nicht ok zu sein.

Also Baby war ich monatelang allein im Krankenhaus. 1982. DDR. Alles andere als bindungsorintiert. Ich bin sicher kein Einzelfall.

Ich lernte schon früh, dass ich weder Zuwendung bekam, noch das meine Angst wirklich liebevoll getröstet wurde. Das diese Erfahrung eine traumatische gewesen sein muss, muss ich nicht erwähnen. Dennoch hilft es mir nicht, mich hinter solchen Geschichten zu verstecken. Denn das Leid ist im Hier und Jetzt. Die Vergangenheit kann ich nicht verändern. Doch die Prägung von damals, beeinflusste meine ganze Wahrnehmung auf Gesundheit. Bis Anfang 30 gehörte ich zu der Sorte Mensch, die immer krank war. Abgestempelt mit Psychosomatik verstand ich, dass mir nicht geholfen werden kann. Ich hatte verinnerlich, dass der Körper nicht wohlwollend mit mir ist und das Krankheit was schlechtes ist. Ich lief durch die Welt mit der ständigen Anspannung mich schützen zu müssen. Das passierte nicht mal bewusst. Es fiel nicht weiter auf. Nur mir, weil ich natürlich oft erschöpft war oder mich kraftlos fühlte, wo andere Menschen eher daraus Energie zogen.

Heute weiß ich, dass mein ständiger Versuch alles zu kontrollieren, besonders meine Gefühle, ein ziemlich anstrengendes Unterfangen ist. Es ist noch nicht lange her, da stellte ich mich meiner "Körperangst" wie ich sie nannte. Ich spürte, dass mein Körper mein zuhause ist und das dieser meine Aufmerksamkeit brauchte. Ich spürte auch, dass etwas in ihm gespeichert ist, was längst nicht mehr zu meinem sehr schönen Leben dazu passte. Und dennoch brachte dieses Ungleichgewicht etliche Schwierigkeiten mit sich. Bis ich mich Ende 2019 dem Thema stellte und Unterstützung bei einer Frau fand, die das Thema Körper und Gesundheit um 180 Grad in mir wendete. Ihre Ansichten über Gesundheit, Selbstheilung und Körper als Wunderwerk, hat mein Leben verändert. Ich hätte dieses Wissen so gerne schon vor 20 Jahren gehabt. Plötzlich öffenete sich eine Tür nach der anderen. Als würde ich in andere Welten blicken können. Gesündere. Wohlwollender. Heilendere. Ich begann neue Bücher zu lesen und mich mit Menschen zu beschäftigen, die nicht Angst vermittelten, wie es aktuell in vielen Berichten zu Corona der Fall ist, sondern aufzeigten, wie der Körper für uns arbeitet. Natürlich ist meine Angst nicht vollends weg und mein Vertrauen in die klassische Medizin ist schwer erschüttert. Doch in kann Verbesserungen erkennen, habe schmerzfreie Zeiten, kann Gefühle da sein lassen und verstehe die Signale meines Körpers nicht als Gefahr.

Erst vor wenigen Wochen war ich beim Hausarzt. Ich gehe seit Jahren nicht, brauchte diesmal aber eine Krankschreibung.

Die Ärztin verschrieb mir nach einmal in de Rachen blicken und 1 Minute Gespräch ein Antibiotika weil ich Halsschmerzen hatte. Ich habe es jahrelang nicht genommen und als Kind eine Allergie gegen Penicillin entwickelt. Alles Gründe, warum ich Medikamente mein Leben lang meide, wenn ich nur kann. Ich vertraue da lieber auf Naturheilverfahren. Ich sagte ihr, dass ich es nicht nehmen werde, weil ich dafür keinen Grund erkennen kann. Für sie war die Vorsorge wegen Streptokokken maßgebend. Wieder einmal wurde mir mit Angst entgegnet. Ihre Angst ist die Angst, die ich meine ganze Kindheit erlebt habe. Wenige Tage später bekam ich einen Anruf von der Praxis. Sie hatten einen Test gemacht. Ich war aufgeregt. Die Arzthelferin teilte mir mit, dass es Bakterien sind und, dass das Antibiotika, was ich bekam nicht helfen würde. Ich war fassungslos, weil ich, wenn ich nicht auf mich vertraut hätte, etwas genommen hätte, was mir langfristig mehr geschadet hätte als das es mir hilft. Ich bin nicht gegen die Medizin. Ich hoffe nicht diesen Eindruck zu erwecken. Ich bin aber auch nicht für den Blick auf Gesundheit, der so sehr angstbesetzt ist, dass wir zwangsläufig davon ausgehen, dass Krankheiten was schlimmes sind.

Corona ist das beste Beispiel. Eine ganze Menschheit wird in Angst und Schrecken versetzt. Natürlich, wir können sterben und glaube mir, auch ich hatte Angst. Aber vielmehr, weil ich mich nicht wirklich auskannte und Sorge hatte, dass ich nicht gut versorgt werden würde. Ich hatte Angst mich auf medizinische Systeme verlassen zu müssen, denen ich nicht vertraue. Wenn ich aber darauf angewiesen wäre, dann müsste ich mich vermutlich darauf einlassen.

Wie dem auch sei, worauf ich hinaus möchte ist, dass uns ständig überall Angst gemacht wird und das wiederum aus Angst und dass es ziemlich schwer ist, entweder eine gesunde Distanz zu wahren, sich eine eigene Meinung zu bilden oder sich komplett davon zu distanzieren.

Meine Liste ist lang und ich könnte Dir noch unzählige weitere Beispiele nennen. Das hört nicht auf. Gerade, wenn wir uns frei machen von unseren Ängsten, sie heilen oder wie auch immer Du es nennen magst, wirst Du merken, wie oft Menschen ihre Sorgen auf Dich übertragen und wie schnell wir dadurch selbst immer wieder hineingeraten in dieses Sorgendenken.

Es braucht also eine innere Stabilität. Ich nenne es einen Heimathafen, der es uns ermöglicht immer wieder dahin zurück zu kehren, was uns gut tut. Ich dachte lange, wie kann ich dieser neuen Wahrheit in mir vertrauen bis mein Mann einen wichtigen Satz zu mir sagte. Ich finde, dieser Satz ist für alle Menschen ziemlich bedeutend.

"Am Ende ist es nicht wichtig, ob Deine innere Wahrheit die richtige ist. Entscheidend ist, dass es Dir mit dem was Du fühlst, glaubst und denkst gut geht. Für die einen ist es Gott für die anderen das Higher Self und für noch andere was ganz anderes. Für jeden Menschen darf es das sein, was für ihn oder sie gerade gut ist."

Was das am Ende mit der gesunden Balance zwischen Herz und Verstand zu tun hat, möchte ich abschließend noch erläutern.

Eine gesunde Balance zwischen Herz und Verstand hilft uns trotz Angst ein bewusstes und gesundes Leben zu gestalten!

Ich fände es eine Stärke, wenn Angst nicht mehr als Dämon begriffen wird, sondern auch als Wegweisein zu uns selbst. Dafür braucht es einmal ein neues Bewusstsein, dass Dich stützt und stärkt und anderseits die Bereitschaft Gefühle fühlen zu wollen und zwar so, dass sie Dich nicht zerstören, sondern sich integrieren als etwas, dass einfach da sein darf.

Möglichst ohne Bewertung.

Ich denke, dass ist eine absolute Königsdisziplin und ich weiß, dass unser Gefühlskörper viel mächtiger sein kann als unser Verstand. Da reicht eine bestimmte Melodie oder eine Duft und schon springt etwas in uns an. Wir reagieren mit dem Gefühl, was wiederum Angst macht, dazu bauen sich Bilder in uns auf und der Verstand fängt an sein Machtwort zu sprechen.

Die Aufgabe ist, solche ungesunden Automatismen aufzuspüren und Bewusstsein zu schaffen für gesündere Strategien. Der erste Schritt ist jedoch Annahme und Akzeptanz. Oftmals reicht das schon, so dass ein bestimmtes Gefühl verschwindet.

Wie bereit sind wir also unseren Gefühlen Raum zu geben ohne sie als gut oder schlecht zu bewerten und wie bereit sind wir uns neues Wissen über Bewusstsein und Gesundheit anzueignen? Sind wir aufgeschlossen genug oder suchen wir nur nach schnellen Lösungen? Schnelle Lösungen soll es natürlich auch geben, ich persönlich halte davon nichts. Ich denke vielmehr, dass wir ein Problem aufrechterhalten, sei es Angst zu haben, hat vielmehr damit zu tun, dass es eine Funktion in unserem Leben bekommen hat.

Sei es mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, Zuwendung, Schutz, .... Ich beziehe das jetzt nur mal auf die Angst! ... oder damit etwas nicht tun zu müssen, was wir im Herzen auch gar nicht tun wollen. Solange wir die Angst aufrechterhalten, weil sie eine bestimmte Funktion einnimmt, wird sie sich verfestigen und sich so gegenwärtig, echt und groß anfühlen, wie es auch die Freude oder Liebe tun kann.

Wir können uns das wie eine Autobahn vorstellen, auf der wir die ganze Zeit fahren. Die sogenannte Angstautobahn. Sie ist im Laufe der Jahre schon ziemlich eingefahren. Davon runter zu kommen, ist gar nicht so leicht und es braucht wirklich Unterstützung, ebenso wie die Bereitschaft es zu wollen. Und um dran zu bleiben, braucht es Training. Ich weiß, dieses Wort klingt immer etwas mies. Doch, ebenso, wie wir unseren Verstand darauf trainiert haben, die Angstautobahn zu benutzen um unsere Bedürfnisse zu erfüllen - Bedürfnis nach Schutz, Zuwendung, Liebe, Wärme etc. - dürfen wir jetzt unsere Gedanken neu wählen und eine freundlicher Straße befahren. Eine, die uns gut tut. Oder auch verschiedene. Der Schritt, den Verstand und das Herz zusammen zu bringen, bedeutet also, sich bewusst zu werden, was wir wirklich wollen oder auch brauchen, um uns wohl und sicher zu fühlen. Das sind nämlich ganz menschliche Grundbedürfnisse und dann zu schauen, wie wir alte Wunden damit versorgen können und Platz machen für neue, positive und gesunde Verhaltensweisen. Damit stärken wir auch andere Gefühle. Es entstehen neue neuronale Verknüpfungen im Gehirn, die immer mehr reagieren. Jetzt reagiert nicht mehr die ganze Zeit das gewohnte Angstzentrum, sondern vielleicht nur kurz und damit das Bewusstsein mit: "Moment mal! Das ich früher missachtet, vernachlässigt oder verletzt wurde, ja das stimmt! Doch gerade bin ich sicher und darf "meine neuen Werkzeuge verwenden". Ich nenne es mal Werkzeuge. Damit meine ich neue Verhaltensweisen. Das sind z.B. Kommunkationsmittel oder auch praktische Verhaltensweise. Demnach unangenehme Situationen nicht mehr gemieden werden, sondern Du akzeptierst, dass Dir mulmig bis ängstlich ist und Du trotzdem eine neue Erfahrung zu lässt. So speichern sich Stück für Stück neue Erfahrungen in Dir ab und nimmst Einfluss auf Dein Unterbewusstsein.

Das dumme oder schöne an meiner Wahrheit ist, es ist eben nur meine Wahrheit und etwas das mir geholfen hat, meine innere und äußere Welt zu verstehen oder mit ihr zu leben. Ich bin noch längst nicht fertig und ich fühle, dass es noch mehr gibt als das. Wir können natürlich mit dem Unterbewusstsein in Kontakt treten oder unserem Herzen vertrauen. Doch bevor das geht, hilft es aus meiner Sicht anzuerkennen, was Du fühlst und einen Umgang damit zu finden. Danach kannst Du, wenn Dein Vertrauen in Dich wächst beginnen, Deine Angst neu zu betrachten und neue Wege zu finden, die mehr von stärkenden Gefühlen geprägt sind.

Am Ende ist meine Wahrheit nur eine Wahrheit und ich teile sie gerne mit Dir. Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass wir alle unsere ganz eigene finden dürfen. Es kann hilfreich sein, Informationen zu bekommen, die Deinen Horizont erweitern, Deinen Verstand neu beleben und Perspektiven zulassen, die Dich weiter bringen. Am Ende geht es jedoch darum, es auch zu fühlen und das ist vermutlich der schwierigste Schritt. Ich selbst bin ein gefühlsbetonter Menschen und nahm mich immer als sehr sensibel war. Ich kann Gefühle sehen, in Farben und Formen. Dennoch, war dieser Bereich so zugemauert und mit falschen Informationen besetzte, dass ich lange gegen mich handelte. Erst mit meinen 38 Jahren, habe ich es geschafft, meine Schichten - ich nenne es gerne Zwiebelschalen - Stück für Stück abzulegen und zu meinem Kern durchzudringen. Ich habe die innere Weisheit sprechen lassen. Das war und ist sehr heilsam. Dennoch muss das nicht Dein Weg sein, wenn es darum geht, mit Deiner Angst in Frieden zu leben.

Was ich Dir heute mit auf den Weg geben möchte ist, dass Deine Angst kein Dämon ist oder etwas das es wegzumachen gilt. Es ist eine wichtige Komponente in Deinem Gefühlskörper, die zu Dir spricht. Die Frage ist, ob Du der Energie der Angst folgen möchtest und dadurch auf eine angsbesetzte Art und Weise handelst oder ob Du ihr lediglich Raum gibst zum Fühlen, sie annimmst, ihrer Existenz bewusst wirst und sie wieder ziehen lässt.

Mir persönlich hat immer der Gedanke geholfen: Ich brauche die Angst nicht um jetzt das Bedürfniss xy zu bekommen. Ich brauche die Angst nicht, um jetzt von meinem Partner gesehen zu werden. Ich brauche die Angst nicht, um zu sagen, dass ich bei der Frauenärztin aufgeregt bin und es unangenehm ist!

Irgendwann wandelte sich der Satz in: Ich bin sicher! Das half mir ungemein. Doch dafür habe ich einen Heimathafen in mir angelegt zu dem ich jederzeit hin konnte. Meine innere Station, die mich mit allem nährt, was ich brauche, um mich sicher und beschützt zu fühlen. Das kann auch so etwas sein, wie: Ich kann diesen Ort jederzeit verlassen. Ich darf sagen, was ich nicht will. Ich entscheide, was ich wann, wie, möchte."

Das kann auch der bloße Gedanke an das innere Bild sein und das Gefühl von Frieden, Liebe und Sicherheit an diesem Ort.

Du siehst, Angst ist nichts was wir auslöschen, besiegen oder unterdrücken müssen. Wir dürfen einen Umgang damit finden und gemeinsam auch Lösungen finden, die für uns alles gesünder wären. Angefangen bei der Tatsache, dass es nicht angemessen ist darüber zu entscheiden, wie andere Menschen leben. Wer barfuss durch die Stadt laufen möchte oder sich vegan ernähren möchte, soll das bitteschön tun. Es liegt doch in seiner oder ihrer Verantwortung. Es wäre doch wunderbar, wenn wir uns bewusst werden, dass es immer unsere Sorgen sind, die wir übertragen oder durch den anderen gespiegelt werden. Natürlich gibt es Situationen, die reale Angst erzeugen und ich finde genau das ist der Punkt. Das darf sein. Lasst uns gemeinsam einen gesunden und friedlichen Umgang mit Angst und anderen Gefühlen finden, dann wird das Leben per se schon viel leichter.

Vielen Dank!
Deine Dana


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