HERZSEIN
Angst überwinden

Dana Hocke
29. September 2019
Viele Menschen haben sie und die wenigsten reden darüber. Klar, sie ist nicht das schönste Gefühl im Leben! Dennoch können wir sie nicht ignorieren. Sie ist Teil unserer Gefühlswelt und hat gewissermaßen ihre Berechtigung.

Ich kenne Angst von der Störung bis zur Panik und möchte nicht nur mit Dir über Angst sprechen, ich möchte Dir auch Tipps im Umgang mit ihr an die Hand geben und darüber aufklären. Denn sobald Du erkannt hast, welche Funktion Angst in Deinem Leben einnimmt, wird sie einen neuen Stellenwert bekommen und weniger mächtig erscheinen.

Klingt gut? Dann bleib daran und ließ gerne weiter!
Was ist Angst?
Theoretischer Hintergrund
Angst ist erstmal ein ganz natürliches Gefühl, dass uns vor Gefahren schützen soll. Es hält uns davon ab von einer hohen Klippe zu springen, sie hilft uns, sich bei Gefahr zu wehren oder davon zu laufen. In manchen Fällen bleiben wir einfach in einer Art Schockstarre, auch das sollte uns bestenfalls davor schützen nicht gefressen zu werden. Ich denke dieses Phänomen von Flucht, Angriff oder Starre kennst Du bereits.

Der Körper stellt sich darauf ein und reagiert entsprechend. Der Adrenalinspiegel steigt, überflüssiges wird ausgeschieden und Muskeln spannen an. Der Blick wird eng und der Fokus richtet sich nur noch auf die Gefahr bzw. dem Entkommen. Grundsätzlich ist das erstmal eine gesunde Körperreaktion, die Dir hilft zu überleben.

Was, wenn diese Symptome plötzlich auftauchen obwohl der Sebelzahntiger gar nicht vor Dir steht. In gewisser Form ist Lampenfieber, hohe Aufregung vor einer großen Herausforderung nicht ungewöhnlich. Schwierig wird es dann, wenn es beginnt unser Leben massiv einzuschränken und wir nicht mehr in der Lage sind die Gefahr richtig einzuschätzen oder Ängste entwickeln, obwohl keine Gefahr ersichtlich ist. Einige Menschen reagieren stark körperlich und wissen nicht mal dass es Angst ist. So meinen sie körperlich eine Erkrankung zu haben und geraten somit erstrecht in eine Angstspirale.

Die Folge sind Vermeidung von Angst machenden Situationen. Dies kann soweit führen, dass die Menschen nicht mal mehr aus dem Haus gehen. Hier sprechen Experten von einer Angststörung. Klingt ziemlich dramatisch. Egal wie es heisst, was es mit Dir macht oder wie Du damit umgehst, klar ist, wenn es Dich oder einen Dir nahestehenden Menschen einschränkt, Eure Lebensqualität beeinflusst und ihr dadurch aufhört Euch frei, lebendig und kraftvoll zu fühlen, solltest Ihr Euch Hilfe suchen.

Körperliche Symptome bei Angst können zudem sein: starkes Schwitzen im Gespräch, Herzrasen am Morgen, Verspannungen im Rücken, Muskelschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Enge im Kopf, ein Gefühl von verrückt werden, Schwindel oder Kopfweh können Anzeichen für eine hohe innere Anspannung und Angst sein.

Akuter oder langanhaltender Stress, soziale, gesundheitliche oder psychische Belastungen, Traumata oder körperliche Erkrankungen können Angst auslösen und zu verstärkten Ängsten bis hin zu Angst- und Panikstörungen reichen.

Wenn Du sie bereits hast oder jemanden kennst, der sie hat, wirst Du bereits mit Symptomen und dessen "negativen" Auswirkungen auf die Lebensqualität vertraut sein. Dennoch möchte ich mit Dir über Angst reden, welche Funktion sie hat und wie wir lernen können mit ihr umzugehen.

In diesem Beitrag geht es mir darum, Dir und anderen Menschen Mut zu machen und zu zeigen, dass Angst etwas ist, mit der wir lernen können zu leben.


Mein Leben mit Angst
Auszug aus meinem Leben
Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie einschränkend Angst sein kann. Als meine erste Angststörung auftrat war ich 27 Jahre. Ich lebte mit diesem überwältigenden Gefühl 2 Jahre ohne zu wissen, was ich habe. Ich suchte mir Hilfe als ich alleine nicht mehr weiter wusste.
Heute mit 37 Jahren kam sie in Kombination mit einem Burnout zurück. Obwohl ich wusste, was zu tun ist, hat sie mich erschreckt, eingeschüchtert und erstmal ziemlich gelähmt.

Was ich neu gelernt habe und welche Möglichkeiten es gibt sie zu heilen, möchte ich hier teilen. Meine Erfahrungen ersetzen jedoch keine therapeutische Beratung. Solltest Du Schwierigkeiten haben, die Dich in Deiner Lebensqualität erheblich einschränken, suche Dir bitte professionelle Unterstützung oder sprich mich an, um zu klären, was Dir akut helfen kann.

Inzwischen habe ich einiges über Angst lernen können und obwohl die damit einhergehende Anspannung, das Gefühl von Hilflosigkeit oder einfach die körperlichen Reaktionen dermassen unangem sind, hat meine Angst eine Funktion.

Viele Erkrankungen haben im Kern eine Funktion. Es ist eine Sprache Deines Körpers, Deiner Seele und Deines Geistes. Inzwischen durfte ich verstehen, dass meine Angst gefühlt werden möchte. Ich durfte auch lernen hinzuhören, was sie mir sagen möchte. Sie hat die Aufgabe, meine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Durch die Angst wurde ich quasi gezwungen mich selbst wichtig und ernst zu nehmen.

Bei mir zeigte sich danach das untergraben Gefühl Wut. Ich spürte Enttäuschung und Verletzung und fühlte mich traurig. Diese waren nicht mal nur aktuelle Belastungen und Gefühle, sondern auch ganz viel aus Kindertagen.

Warum, wieso, weshalb möchte ich hier kurz ausführen.

Als ich Mama wurde und meine Tochter mich mit ihrer Palette an Bedürfnissen überschwemmte, sich emotinal Ausdruck verschaffte und zeigte, was sie JETZT will und braucht, fühlte ich mich mehr und mehr getriggert und auch überfordert.

Sie war der Spiegel für all meine Verletzungen, meine unterdrückten Bedürfnisse und für meine Gefühle, die ich nicht lebte. Gefühle, wie Wut, Trauer, Schmerz, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Angst. Ein Spiegel wurde auch die Beziehung zu meinem Mann. Früher bin ich davon gelaufen, wenn mir eine Beziehung nichts mehr gab und Auseinandersetzungen mich unglücklich machten. Ich suchte mir einen neuen Partner, in der Hoffnung, diesmal würde es besser laufen. Ich war der festen Überzeugung, wenn diese und jene Eigenschaft hinzu kommt, dann habe ich den perfekten Mann.

Diesmal fühlte ich mich durch Kind und Ehe verbunden. Ich wusste, weglaufen ist keine Option. Ich erkannte die Chance in dieser Beziehung, endlich mich meinen Schattenthemen zu stellen. Denn in unseren Beziehungen erkennen wir erst wirklich wer wir sind.

Die Lösungen wollten im Innen gefühlt und gefunden werden - nicht wie bisher im übermäßigen Kontrollieren und Anpassen des Aussens.

Die Angst, die sich überdimensional gross machte, sagte mir folgendes mit Pauken und Trompeten:

"Dana, sieh hin. Hier stimmt was nicht. Fühle mich, denn ich bin da. Lass mich bei Dir sein. Ich möchte Dich schützen. Bitte, höre mir zu. Ich bin mehr als Du gerade sehen möchtest oder kannst. Ich will Dir zeigen, dass Du nicht mehr kämpfen musst. Du musst nicht noch mehr im Aussen tun. Du darfst im Inneren anfangen an Dich glauben und endlich sanft zu Dir sein. Du darfst dem Kind in Dir Liebe schenken und Trost. Du darfst weinen, wenn Dir etwas zu viel ist und Du darfst Grenzen setzen. Du darfst Dir wichtig sein. Ich musste kommen, weil ich neben der Wut das einzige bin worauf Du reagierst. Auch wenn ein Teil ganz alt ist, dann doch nur, weil ich jetzt das Vertrauen in Dich habe, dass Du mich aushalten und ertragen kannst. Damals warst Du zu klein. Doch heute besitzt Du die Stärke und das Bewusstsein mich wohlwollend zu fühlen und dann auch ziehen zu lassen. Ich weiss, dass Du das kannst. Jetzt brauchst Du es nur noch zulassen." (In etwa die Worte meiner Angst)


Ein starkes Gefühl wie Angst, lehnen wir vermutlich erstmal ab. Es ist dermaßen unangenehm, dass wir alles versuchen, um sie los zu werden. Allerdings ist es wie mit jedem unterdrückten Gefühl. Irgendwann sucht es sich einen Weg und möchte gefühlt werden.

In meinem Fall habe ich angefangen mit ihr zu sprechen. Sie wahrzunehmen und zu atmen. Sie ist noch nicht meine Freundin, aber auch nicht mehr mein Feind. Vielmehr eine Art Wächterin oder Wegweiserin. Ich wünsche mir in Zukunft, dass ich die Angst nicht mehr brauche, um mich selbst zu sehen und stattdessen Liebe als kraftvolles Gefühl einkehrt. Dazu braucht es Vertrauen. Und dazu braucht es positive Erlebnisse und Erfahrungen.

Mir haben folgendes Darstellungen sehr geholfen, um gerade die sehr starke Angst am Anfang zu verstehen und mich nicht mehr zu sehr vor der Angst zu fürchten. Denn oftmals ist die Angst vor der Angst grösser als die eigentliche Angst wäre. Es entsteht ein Teufelskreis. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Was kannst Du tun, um Angst zu verringern?
Angst verstehen - Praktische Tipps und Hinweise
Stelle Dir vor die Angst kommt. Sie steigt und steigt und Du möchtest dem Gefühl am liebsten ausweichen. Du vermeidest mehr und mehr, was die Angst ausgelöst. Deine Lebensqualität wird immer mehr eingeschränkt.

#Was würde passieren, wenn Du die Angst kommen lässt ohne sie zu vermeiden, ignorieren oder zu unterbrechen?

Es gibt einen Punkt, da steigt die Angst nicht mehr, sondern lässt nach. Um so häufiger Du diese Erfahrung machst, um so niedriger wird die Erregungskurve. Natürlich nur, wenn Du in der Situtation auch wirklich sicher bist und keine reale Gefahr zu befürchten hast. Die Angst wird von Mal zu Mal kleiner.

Mit der richtigen Atmung und regelmässiger Entspannung kannst Du Deinem Körper und Deinem Gehirn etwas Gutes tun und Stress vorbeugen. Denn häufig führen erhöhte Anspannung und Stress zu gesteigerter Anspannung und somit zu Angstreaktionen.

Durch Angst wird ständig Cortisol ausgeschüttet und Adrenalin produziert. Dadurch wird Dein Immunsystem geschwächt. Du bist anfälliger für andere Krankheiten. Dein Körper leistet bei überhöhten Angstreaktionen Höchstleistung. Deswegen ist es von Bedeutung regelmässig für Entspannung zu sorgen.

Positive Reize alleine durch die bloße Vorstellungskraft helfen. Geführte Meditationen eignen sich hier wunderbar. Sprich mich gerne an, wenn Du eine Empfehlung brauchst.

Angst ist ein Gefühl, dass die meisten nicht haben wollen. Verständlich! Es ist unangenehm und belastend. Es wird oft mit Schwäche gleichgesetzt und geht mit difusen körperlichen Symptomen einher. Wer sie stärker als gewöhnlich hat, möchte sie schnell wieder los werden. Nicht selten wird eine Angst vor der Angst entwickelt. Manche Menschen haben Angstzustände ohne zu wissen, dass es sich um Angst handelt.

Angst ist grundsätzlich erstmal nur ein Gefühl wie Trauer, Wut, Freude oder Scham auch. In der Psychologie werden diese als unsere 5 Grundgefühle bezeichnet. Weitere Empfindungen können sein: Zweifel, Sorge, Ärger, Unsicherheit, Frust, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Schmerz, Einsamkeit, Verlust, Nervosität, Unruhe, Anspannung ebenso wie Liebe, Gelassenheit, Entspannung, Glück, Erfüllung, Vergebung.

Fällt Dir was auf? Letzteres wollen wir fühlen. Streben danach und tun alles dafür in einen guten Seins Zustand zu kommen. Wir kämpfen gegen das "Böse", um das "Gute" zu bekommen.

#Was wäre, wenn Du aufhören müsstest zu kämpfen?

#Was wäre, wenn Du aufhören könntest zu kämpfen?

#Was wäre, wenn es kein "Gut" und "Böse" gäbe?

#Was wäre, wenn Du die Angst bräuchtest, um die Liebe auf der gegenüberliegenden Seite überhaupt sehen zu können?


In der Regel zählt Angst zu den negativen Gefühlen und Freude zu den positiven Gefühlen. Genau genommen sind das Bewertungen, mit denen wir Gefühle einordnen. Alleine die Bewertung sorgt dafür, dass wir Angst, Wut, Scham oder Trauer eine andere Aufmersamkeit schenken - am liebsten keine. Diese Gefühle wollen wir in der Regel nicht haben und meiden alles, was sie auslöst. Das Leben besteht jedoch aus Gegensätzen. Ohne Wut, Trauer, Angst würden wir vielleicht keine Liebe, Hoffnung und kein Glück spüren können. Es braucht Sonne und Regen - Schatten und Licht - Angst und Mut.

Nachdem ich mich nun seit über 10 Jahren mit meiner Angst beschäftige und ich mich wirklich oft hilflos gefühlt habe, haben mir am Ende diese 6 Tipps wirklich geholfen. Möchtest Du mehr darüber wissen, sprich mich gerne an.

Bleibt mutig, zuversichtlich und neugierig.

Dana Hocke
Deine kreative Mentorin fürs Herz
6 Tipps im Umgang mit Angst
Was bei Angst und auch anderen unangenehme Gefühlen hilft.
1
Annahme
Die Angst nicht wegdrücken und Dich ablenken, sondern ihr Aufmerksam schenken und zuhören. Verzeihlich mit Dir selbst sein und aufhören Dich dafür zu verurteilen. Die Krise als Lebensphase akzeptieren - Sie ist gekommen und wird wieder gehen. Ehrlich zu Dir selbst sein. Für Deine Bedürfnisse einstehen auch wenn Du erstmal Angst hast. Dich nicht hinter Deiner Krankheit verstecken oder sie als Feind sehen, sondern Dir selbst zuhören und Dich fühlen.
2
Achtsamkeit
Achtsamkeitstraining jeden Tag - zurück zum Bewusstsein. Grenzen erkennen und Nein sagen, zu dem was Dir nicht gut tut und ja zu Dir selbst. Ungünstige Gedankenmuster und Glaubenssätze erkennen und verändern. Weniger bewerten und auf die Bewertung von Situationen achten. Im Hier und jetzt leben und von Tag zu Tag agieren, denken, leben und handeln! Meditieren und Affirmationen anwenden. Ausflüge in die Natur, alleine oder mit der Familie. Sanft zu Dir selbst sein und verzeihlich. Grautöne erkennen.
3
Ausgleich
Sport und Bewegung für ein kraftvolles und bewegliches Körpergefühl - beweglicher Körper - begweglicher Geist! Eine Ausszeit an einem anderen Ort nehmen und rechtzeitig und regelmäßig Entspannung finden.
Gefühle zulassen und aushalten lernen - sie kommen und gehen. Richtiges Atmen lernen. Bewusste Atmung. Tief in dem Bauch. Loslassen beim Ausatmen.
4
Mut
Es trotzdem tun, auch wenn man das Gefühl hat es würde jetzt nicht gehen, weil die Schmerzen zu stark, die Angst zu groß und die Erwartungen zu hoch sind. Sich der Situation stellen und darauf vertrauen, dass Du es überwinden wirst.
5
Austausch
Mit anderen über seine Sorgen, Nöte und Befürchtungen reden. Sich professionell unterstützen lassen. Die Arbeit mit dem inneren Kind. Die Erwartungen und Ansprüche an einen selbst und an andere weicher und liebevoller gestalten. Mit der Angst ins Gespräch gehen, alleine oder durch eine Expertin und schauen, welche Funktion sie in Deinem Leben hat.

6
Kreativität
Kreatives Arbeiten aller Art. Eigene Ressourcen erkennen und nutzen. Freude empfinden und dadurch das Selbstvertrauen, die innere Stärke und Zuversicht gewinnen. Sich spüren und wahrnehmen. Den Fokus verändern. Regelmässig für Entspannung sorgen. Verantwortung für das eigene Wohlbefinden übernehmen.
Reflexion
Fragen an Dich

#Was, wenn Du Dich der Angst nicht mehr ausgeliefert fühlen müsstest - wie würdest Du Dich stattdessen fühlen?

# Was, wenn Du in Zukunft Angst nicht als Bedrohung wahrnimmst, sondern als Signal - wie würdest Du dann auf sie reagieren?

#Was, wenn Du ab jetzt lernen könntest friedlich mit Deiner Angst umzugehen - wie würdest Du sie nennen?

#Wie wäre es, wenn Du ihr wie jedes andere Gefühl eine Daseins - Berechtigung gibst und es ihr erlaubst sich zu zeigen - was würde sich verändern?
Möchtest Du angstfrei Deine Ideen leben?
Wie Du es schaffen kannst Deine Ängste zu überwinden und als kreative Frau und Mama mit vielen Interessen Deine Ideen in die Umsetzung zu bringen, erfährst Du in meiner Herzsein Gruppe "Lebe Deine Idee". Ich teile regelmäßig meine effektivsten Erfolgsfaktoren, mit denen ich es schaffe, Stress zu reduzieren, Ideen in die Umsetzung zu bringen und mehr Gelassenheit und Ruhe in mein Leben zu integrieren.
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